Seit 20 Jahren steht Laserline für Hochleistungs-Diodenlaser

1997 gegründet, hat Laserline der Diodenlasertechnologie zum industriellen Durchbruch verholfen. Aus einem Zwei-Mann-Betrieb wurde dabei binnen 20 Jahren ein marktführendes Unternehmen mit mehr als 270 Mitarbeitern und Vertretungen rund um den Erdball. Wir blicken zurück – und ein bisschen auch nach vorne.

Jubiläen sind ein zweischneidiges Schwert. Die Medien lieben sie, liefern sie doch stets ein Thema. Jubilare und Zeitzeugen lieben sie auch, garantieren sie doch Aufmerksamkeit. Das Publikum aber droht zuweilen bei all den runden Zahlen den Überblick zu verlieren. Weniger, so denkt man manchmal, wäre oft mehr.

Wenn ein Unternehmen 20 Jahre alt wird, das aus eigener Kraft eine ganze Technologie etabliert hat, ist das aber allemal der Erwähnung wert. Denn als Laserline 1997 gegründet wurde, war von Hochleistungs-Diodenlasern weit und breit nichts zu sehen. Zwar wurden Diodenlaser damals in der Bühnentechnik sowie in CD-Laufwerken eingesetzt. Industrielle Anwendungen aber schienen utopisch. Die Laserline-Gründer Dr. Christoph Ullmann und Volker Krause hatten sich allerdings genau das in den Kopf gesetzt: Sie wollten für die industrielle Materialbearbeitung einen Diodenlaser bauen, der den lampengepumpten Festkörperlaser ersetzen konnte. Die Reaktionen der Branche fielen erwartungsgemäß aus: Ullmann und Krause wurden mehr oder weniger müde belächelt. An ihren Erfolg glaubte so gut wie niemand, zumal die Halbleiterdiode als schwaches Baueelement galt, das aufgrund seiner Hitzeempfindlichkeit nicht für Hochleistungsanwendungen geeignet schien.

20 Jahre und die Erfindung einer innovativen Dioden-Kühltechnik später lacht niemand mehr. Den lampengepumpten Festkörperlaser kann Laserline seit langem 1:1 ersetzen, und die industrielle Materialbearbeitung ist auf breiter Front erschlossen. Die überaus kompakten Laserline Diodenlaser haben technologische Maßstäbe gesetzt und konkurrierenden Lasertypen auf verschiedensten Gebieten den Rang abgelaufen. Bis das Unternehmen dauerhaft am Markt etabliert war, waren allerdings zehn Jahre harter Arbeit nötig. Der Abschluss von Rahmenverträgen mit Audi setzte 2007 das Signal, dass der endgültige Durchbruch geschafft war. Bemerkenswerte Projekte waren freilich schon weit früher realisiert worden – 1999 etwa der Bau der weltweit ersten, noch heute funktionsfähigen Diodenlaser-Anlage aus 100 einzeln gesteuerten Lasersystemen. Die Laserleistungen und Leistungseffizienzen, die man damals anbieten konnte, wurden seither um ein Vielfaches gesteigert. Im Prototypenbau ist Laserline heute bei 60kW Ausgangsleistung angekommen, beim Wirkungsgrad wurde die 50-Prozent-Marke überschritten. Das sind Werte, von denen 1997 womöglich nicht einmal die Gründer zu träumen wagten.

Als Domäne der Laserline Diodenlaser haben sich Füge- und Beschichtungsapplikationen herauskristallisiert: Schweißen, Löten, Auftragschweißen – und natürlich auch die Additive Fertigung, jener schichtweise Aufbau von Werkstücken, in welchem dem Diodenlaser eine große Zukunft vorhergesagt wird. Nicht weniger wichtig sind Anwendungen, bei denen Diodenlaser als Wärmequelle eingesetzt werden: Härten, Entfestigen oder Trocknen. Selbst im Metallschneiden konnten die Lasersysteme reüssieren.

Als Zwei-Mann-Betrieb gestartet, zählt Laserline heute mehr als 270 Mitarbeiter und ist auf allen Kontinenten mit Dependancen oder Vertriebspartnern vertreten. Ein 15.000 m2 großes Firmengelände am Unternehmenssitz in Mülheim-Kärlich bei Koblenz bietet hinreichend Platz für Entwicklung und Produktion – und natürlich für weiteres Wachstum. Denn Laserline, so der Wunsch der Gründer, soll auch künftig das tun, was es immer getan hat: Schneller wachsen als der Lasermarkt und seine international führende Position auf dem Feld der Diodenlasertechnik behaupten. Technologisch hat man vor allem zwei Ziele im Blick: Den Wirkungsgrad in Richtung 70 Prozent und die Ausgangsleistung in Richtung 100kW zu steigern, bei unverändert kompakter Bauart der Lasersysteme.

20 Jahre scheinen viel und vergehen doch schnell. Das Unternehmen Laserline hat die Zeit genutzt und wird sie auch künftig zu nutzen wissen. Das Erfolgsrezept? Beharrlichkeit, sagen Ullmann und Krause. Sich nicht irritieren lassen, wenn der große Durchbruch auf sich warten lässt. Und natürlich als Team funktionieren und Höhen und Tiefen gemeinsam durchstehen.

In diesem Sinne auf in die nächsten 20 Jahre!